Thursday, March 27, 2014

Thomas Vanek

Thomas Vanek (* 19. Jänner 1984 in Baden) ist ein österreichischer Eishockeyspieler, der seit März 2014 für die Canadiens de Montréal in derNational Hockey League spielt. Im Jahr 2007 war er Österreichs Sportler des Jahres. Er ist der bestbezahlte Sportler Österreichs und war 2007 mitunter der am besten verdienende Eishockeyspieler der Welt.

Karriere

Vanek kam zwei Jahre nach der Flucht seiner Eltern aus der Tschechoslowakei (sein Vater ist Tscheche, seine Mutter Slowakin) in Baden zur Welt. Er ist in Zell am See (Salzburg) und in Graz (Steiermark) aufgewachsen, wo sein Vater, der tschechische Eishockeyspieler Zdeněk Vanek, engagiert war. Dieser trainierte bis November 2005 in Graz den Nachwuchs der EC Graz 99ers. Zdeněk spielt selbst noch aktiv und mit Begeisterung in der NHL-Graz (einer steirischen Hobbyliga) bei den Dolphins.
1998 wanderte er, damals 14-jährig, in die USA aus. In Nordamerika begann seine Karriere im Team der Sioux Falls O'Gorman Highschool (Sioux Falls Stampede) in der Juniorenliga USHL. Sein bestes Jahr dort war das letzte, als der 188 cm große Flügelstürmer in 53 Partien 46 Tore und 91 Punkte machte. Damit war er bester Torschütze und drittbester Vorlagengeber der gesamten Liga. Seine Vereinskarriere ging 2002 als erster Europäer bei der University of Minnesota weiter. In seinen zwei Jahren machte er 113 Scorerpunkte. Er wurde der 73. Spieler der Universität, der dort die 100-Punkte-Marke erreichte. Beim NHL Entry Draft 2003 wurde er von den Buffalo Sabres in der ersten Runde an fünfter Stelle gezogen. In der Saison 2004/05 spielte er bei den Rochester Americans (AHL), wo er 73 Punkte in 79 Spielen verzeichnete und im Grunddurchgang den zweiten Platz in der Punkteliste belegte.
In der Saison 2005/2006 absolvierte er 81 von 82 Spiele im Grunddurchgang für die Buffalo Sabres und erzielte 25 Tore und 23 Assists. In den Play-Offs erreichte Buffalo das Conference-Finale, Vanek wurde aber des Öfteren nicht in den Kader aufgenommen und kam so nur auf 10 Einsätze, bei denen er zwei Tore erzielte. Sein Tor am 28. April 2006 gegen die Philadelphia Flyers ist gleichzeitig auch das erste von einem Österreicher erzielte NHL-Playoff-Tor.
Im Grunddurchgang der Saison 2006/2007 gewann Vanek als erster Österreicher und als erster Sabre seit 1980 den NHL Plus/Minus Award mit +47 in 82 Spielen. Mit 43 Toren im Grunddurchgang schaffte er es in dieser Statistik auf den fünften Rang und war damit bester Torschütze seines Teams. Zudem stellte er mit den Sabres den Startrekord der Toronto Maple Leafsvon 1993 mit zehn Siegen in den ersten zehn Spielen ein. Am 9. Dezember 2006 entschied er das Spiel seiner Sabres gegen die Montreal Canadiens im Shootout, in dem er den Torhüter der Canadiens mit einem Schlagschuss bezwang. Er war erst der zweite Spieler nach Brian Rolston, dem dies gelang.
Vanek und sein Team starteten gut in die Playoffs und eliminierten in der ersten Runde die New York Islanders mit 4:1. Er verbuchte dabei zwei Tore und zwei Assists. Im Conference Halbfinale gegen die New York Rangers erzielte er insgesamt drei Tore, zwei davon im ersten Spiel sowie das Siegestor im zweiten Spiel. Die Sabres gewannen die Serie mit 4:2.
Im Conference Finale spielten die Sabres gegen die Ottawa Senators. Die Kanadier gewannen die Serie mit 4:1. Thomas Vanek konnte dabei zwei Assists und ein Tor erzielen.
Im Juli 2007 wurde Vanek ein Restricted Free Agent und erhielt ein Angebot von den Edmonton Oilers, die ihm 50 Millionen US-Dollar für sieben Jahre boten. Buffalo zog aber mit dem Angebot der Oilers gleich und konnte Vanek somit halten, andernfalls hätte Buffalo von den Oilers vier Erstrunden-Draftpicks als Entschädigung erhalten. Dadurch ist Thomas Vanek der bestbezahlte Sportler Österreichs.
Thomas Vanek führt laut der Spielergewerkschaft NHLPA gemeinsam mit Daniel Brière und Scott Gomez die Gehalts-Rangliste an und war somit zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung der bestverdienende Eishockeyspieler der Welt. Im Oktober 2007 wurde er als erster Eishockeyspieler zum österreichischen Sportler des Jahres gewählt.
Am 12. Februar 2008 gelang ihm im Spiel bei den Ottawa Senators sein erster Hattrick in der NHL. In der gleichen Saison gelangen ihm noch zwei Hattricks gegen Tampa Bay Lightning und einer im letzten Spiel gegen die Boston Bruins. Trotzdem verpassten die Sabres das Play-Off. Aufgrund des frühzeitigen Ausscheidens war es Vanek zum ersten Mal seit 2005, als er an der Qualifikation für das Olympiaturnier 2006 teilnahm, möglich, für die Österreichische Nationalmannschaft aufzulaufen. Er nahm an der Eishockey-Weltmeisterschaft (Division I) in Innsbruck teil, wo er mit dem Team den Wiederaufstieg in den A-Pool schaffte.
Vanek schoss am 13. Dezember 2008 im Auswärtsspiel gegen die New Jersey Devils nach 70 Sekunden das 10.000 NHL-Tor in der Clubgeschichte der Buffalo Sabres.[2]
Am 7. Februar 2009, beim Auswärtsspiel gegen die Ottawa Senators, bekam Vanek bei einem Schlagschuss des Ottawa-Verteidigers Anton Volchenkov den Puck ins Gesicht und brach sich dabei den Kiefer. Für Vanek war es die erste schwerwiegende Verletzung in seiner NHL-Laufbahn. Trotz der Verletzung gelang es ihm, die Saison als bester Power-Play-Torschütze (20 Tore) der NHL zu beenden. Seit seiner Rückkehr aufs Eis spielte Vanek mit einem Spezialvisier-Helm.
Nachdem die Sabres die Play-offs verpassten, löste Vanek sein wie jedes Jahr gegebenes Versprechen ein, in diesem Fall für die Nationalmannschaft zu spielen und trat bei derWeltmeisterschaft in der Schweiz an. Dort konnte er aber nicht verhindern, dass das Team Austria in die Relegationsrunde musste und dort trotz zweier Siege den Klassenerhalt nicht schaffte. Da einer der sportlichen Absteiger Deutschland war, das als Ausrichter der nächsten Weltmeisterschaft automatisch qualifiziert war, musste Österreich in die Division I absteigen.
Am 9. Juli 2010 wurde Vanek bei einem Besuch in Zell am See vom Vizebürgermeister eine Ehrentafel für seine für die Stadt erbrachten Leistungen übergeben. Die Tafel wird am Tor der Sieger an der Zeller Eishalle befestigt.[3]
Im ersten Spiel der Saison 2012/13 gelangen ihm zum ersten Mal in seiner NHL-Karriere 5 Punkte in einem Spiel, diese Punkteleistung wiederholte er ein paar Tage später gegen die Boston Bruins.
Zur Saison 2013/14 wurde Thomas Vanek von Headcoach Ron Rolston als erster Österreicher in der NHL-Geschichte zum Kapitain einer NHL-Mannschaft ernannt, er führte dieses Amt in Heimspielen aus, in Auswärtsspielen übernahm Steve Ott diese Rolle.
Nach nur zwei Siegen in den ersten 13 Partien wurde Vanek innerhalb der NHL an die New York Islanders abgegeben. Der Wechsel hatte sich auch aufgrund seines nur noch bis Sommer 2014 laufenden Vertrags seit der letzten Trade-Deadline abgezeichnet. Die Buffalo Sabres erhielten im Gegenzug für Vanek den Angreifer Matt Moulson, sowie einen Erstrunden-Draftpick für 2014 und einen Zweitrunden-Pick für 2015.[4] Bei den Islanders spielte er hauptsächlich gemeinsam mit John Tavares und Kyle Okposo in der ersten Reihe und erzielte so 44 Punkte in 47 Spielen.
Wenige Minuten vor der Trade Deadline wurde Vanek am 5. März 2014 zu den Canadiens de Montréal transferiert, die dafür Sebastian Collberg und unter bestimmten Bedingungen ein Zweitrunden-Wahlrecht im NHL Entry Draft 2014 an die Islanders abgaben.[5] Vanek hatte zuvor eine Vertragsverlängerungen bei den Islanders ausgeschlagen und wäre nach der Saison als Free Agent nicht mehr an die Islanders gebunden gewesen.

International

Schon im Jahr 2001 wurde Vanek ins österreichische Team für die Junioren-Weltmeisterschaft 2001 berufen, wo er gleich zum besten Stürmer gewählt wurde. Er nahm danach auch an den Junioren-Weltmeisterschaften 2003 (die im Dezember 2002 stattfand und bei der Österreich den Aufstieg in die höchste Klasse schaffte) und 2004 teil.[6] Gleichzeitig folgte im Jahr 2004 auch sein erster Auftritt bei einer A-Weltmeisterschaft in der Österreichischen Nationalmannschaft.

Sonstiges

Im November 2009 gab Thomas Vanek auf seiner Homepage bekannt, dass er mit dem AAA-Jugendteam ITR 26ers eine eigene Nachwuchsmannschaft gegründet hat.[7] Das Team soll inMinneapolis beheimatet sein und jugendlichen Nachwuchsspielern die Möglichkeit geben, in den trainingsfreien Sommermonaten von April bis September, ihre Fähigkeiten zu verbessern.

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