Olaf Kölzig (* 6. April 1970 in Johannesburg, Südafrika) ist ein ehemaliger deutscher Eishockeytorwart, der von 1990 bis 2009 für die Washington Capitals, Tampa Bay Lightning und Toronto Maple Leafs in der National Hockey League spielte. Kölzig ist einer der wenigen Spieler der NHL, die südlich des Äquators geboren wurden.
Zu Beginn der
Saison 1993/94 gehörte Kölzig schließlich zum Stammkader von Washington, zog sich aber kurz darauf eine Knieverletzung zu und fiel über einem Monat aus. Nach seiner Rückkehr spielte er wieder in der AHL für das neue Farmteam der Capitals, den
Portland Pirates. Zusammen mit
Byron Dafoe sorgte er dafür, dass die Pirates das Team mit den wenigsten Gegentreffern in der Liga wurden. Beide erhielten dafür den
Harry „Hap“ Holmes Memorial Award. Kölzig war bereits der zweite deutsche Torhüter, dem diese Auszeichnung verliehen wurde, nach
Karl Friesen im Spieljahr 1985/86. In den Playoffs führte Kölzig das Team bis ins Finale und während er im Vorjahr noch mit den Rochester Americans verlor, gewann er diesmal den Calder Cup mit den Pirates und wurde zudem mit der
Jack A. Butterfield Trophy als wertvollster Spieler der Endrunde ausgezeichnet.
Auf Grund seiner guten Leistungen wurde Kölzig zur
Saison 1994/95 erneut in den NHL-Kader der Capitals geholt, jedoch musste der Saisonstart wegen des
Lockout um drei Monate verschoben werden. Kölzig bildete zusammen mit dem 20-jährigen Stammtorhüter
Jim Carey das Torhütergespann der Mannschaft und kam in der auf 48 Spiele verkürzten Spielzeit auf 14 Einsätze. In den Playoffs zeigte Carey in der ersten Runde Schwächen, sodass Kölzig zum Zuge kam, aber die Erstrunden-Niederlage nicht abwenden konnte.
In der folgenden Spielzeit war Jim Carey wieder die unumstrittene Nummer eins der Capitals und wurde als bester Torhüter der NHL mit der
Vezina Trophy ausgezeichnet. Kölzig als
Backup wurde nur 18 Mal eingesetzt. Doch wie im Vorjahr konnte der jüngere Carey in den Playoffs erneut die Erwartungen nicht erfüllen und Kölzig ersetzte ihn wieder. Trotz guter Leistungen konnte er aber erneut das Ausscheiden in der ersten Runde nicht verhindern. Trotzdem blieb Carey in der darauf folgenden Saison weiterhin Stammtorhüter der Capitals, ehe er im März 1997 zu den
Boston Bruins transferiert wurde. Doch anstatt Kölzig zur Nummer eins zu machen, setzte die Mannschaft für den Rest der Saison auf den erfahreneren
Bill Ranford, der für Carey aus Boston gekommen war.

Olaf Kölzig im Tor der Washington Capitals
In der
Saison 1997/98 konnte sich Kölzig, auch bedingt durch mehrere Verletzungspausen von Ranford, als Stammtorhüter in Washington etablieren und führte die Capitals nach der erfolglosen Vorsaison wieder in die Playoffs. Dort wurde er zum wichtigen Rückhalt der Mannschaft, spielte zwei Mal in Folge zu Null gegen die
Ottawa Senators in der zweiten Runde und ebnete den Weg ins Finale durch einen weiteren
Shutoutgegen die
Buffalo Sabres, wodurch die Capitals eine 3–1-Führung erreichten, die sie nicht mehr abgaben. Im
Stanley-Cup-Finale konnten sie jedoch gegen die
Detroit Red Wings kein Spiel gewinnen. Zwar ließ Kölzig in zwei Spielen jeweils nur zwei Gegentore zu, doch konnte die Offensive der Capitals diese Chance nicht nutzen und die Red Wings konnten ihren Titel verteidigen.
Nach dem erfolgreichsten Jahr der
Franchisegeschichte konnte die Mannschaft aber in der folgenden Saison nicht an die Leistungen anknüpfen. Zwar spielte Kölzig erneut eine solide Saison, jedoch reichten seine 26 Siege bei 64 Einsätzen nicht zur Qualifikation für die Playoffs. In der
Saison 1999/2000 kehrten die Capitals wieder in die Erfolgsspur zurück und Olaf Kölzig spielte die beste Saison seiner Karriere. Von 73 Ligaspielen konnte er 41 gewinnen und gehörte auch mit einem
Gegentordurchschnitt von 2,24 zur Spitze der Liga. Für seine Leistungen wurde im Anschluss an die Saison mit der Vezina Trophy als bester Torhüter der NHL ausgezeichnet.
Kölzig entwickelte sich in Washington zum Star und konnte die folgende Saison mit einem ähnlich guten Ergebnis abschließen, in der
Saison 2001/02 verpassten die Capitals allerdings die Playoffs. Im Jahr darauf kehrten sie wieder in die Endrunde zurück, doch wie schon bei den letzten zwei Teilnahmen kamen sie nicht über die erste Runde hinaus. Die
Saison 2003/04 sollte sich zu einem Desaster für die Capitals entwickeln. Kölzig konnte nur 19 seiner 63 Spiele gewinnen und das Management transferierte Leistungsträger, wie
Robert Lang,
Jaromír Jágr,
Peter Bondra und
Sergei Gontschar zu anderen Mannschaften, sodass das Team noch mehr geschwächt wurde. Am Ende der Spielzeit lagen die Capitals auf dem drittletzten Platz der NHL mit dem schlechtesten Saisonergebnis seit 25 Jahren.
Olaf Kölzig, der für die
deutsche Nationalmannschaft bei mehreren internationalen Turnieren im Einsatz war, aber nie in einer deutschen Liga gespielt hatte, nutzte den Ausfall der
NHL-Saison 2004/05, um erstmals für eine Mannschaft im Heimatland seiner Eltern zu spielen. Im Februar 2005 unterschrieb Kölzig bei den
Eisbären Berlin aus der
DEL einen Vertrag und gewann mit ihnen die
Deutsche Meisterschaft, kam jedoch in der Finalserie wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz.
Im Sommer 2005 kehrte er nach Nordamerika zurück und bildete zusammen mit
Brent Johnson das Torhütergespann der Capitals, die durch den Jungstar
Alexander Owetschkin verstärkt wurden. Kölzig war weiterhin Stammtorhüter der Mannschaft, spielte aber eine der schlechtesten Spielzeiten seiner Karriere und erreichte den schlechtesten Gegentordurchschnitt seitdem er die Nummer eins in Washington wurde. Zudem kassierte die Mannschaft die zweitmeisten Gegentore in der regulären Saison. Auch
2006/07 fand Kölzig nicht zu alter Konstanz zurück und Washington stellte erneut eine der schlechtesten Defensivabteilungen der Liga.
2007/08 spielte er wieder eine bessere Saison, gewann 25 seiner 54 Spiele, wurde aber in zweifacher Hinsicht in Washington abgelöst. Galt Kölzig in den vergangenen Jahren als das „Gesicht“ des Franchise, so nahm Alexander Owetschkin, der bester Scorer und Torschütze der Saison wurde, diesen Platz ein. Zudem wurde Ende Februar 2008 mit
Cristobal Huet ein neuer Torhüter verpflichtet, der die Washington Capitals zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder in die Playoffs führte. Immerhin konnte Kölzig während den wenigen Einsätzen, die er seit der Verpflichtung von Huet nur noch bekam, einen wichtigen Meilenstein erreichen, als er am 12. März 2008 als 23. Torhüter der NHL-Geschichte seinen
300. Sieg feiern konnte.
Nachdem Kölzig während den Playoffs nicht mehr zum Einsatz kam, erklärte er Anfang Mai 2008, dass er zur
Saison 2008/09 nicht mehr zu den Capitals zurückkehren wird und ließ eine Entscheidung über die Fortsetzung seiner Karriere vorerst offen. Am 1. Juli entschied er sich seine Karriere bei den
Tampa Bay Lightning fortzusetzen, wo er einen Vertrag unterschrieb. Dort konnte er sich jedoch nicht gegen seinen jüngeren Konkurrenten
Mike Smith durchsetzen und kam nur in acht Spielen zum Einsatz, in denen er hinter den Erwartungen zurückblieb. Ende Januar 2009 wurde ein Sehnenriss im Bizeps festgestellt, sodass Kölzig für den Rest der Saison ausfiel. Trotzdem wurde er Anfang März in einem Transfergeschäft zu den
Toronto Maple Leafs geschickt. Am Ende der Saison erhielt der gebürtige Südafrikaner keinen neuen Vertrag, woraufhin die Spielergewerkschaft
National Hockey League Players’ Association am 23. September 2009 in seinem Auftrag seinen Rücktritt vom aktiven Sport bekannt gab.
[1]
Seit 2005 ist Olaf Kölzig zusammen mit dem ehemaligen Eishockeyspieler
Stu Barnes und dem Unternehmer
Dennis Loman Besitzer der
Tri-City Americans, seinem Team aus Juniorenzeiten, aus der kanadischen Juniorenliga
WHL. Nach seinem Karriereende will er sich mehr in die Arbeit des Vereins einbinden, z.B. als Torwarttrainer.
Soziales Engagement[Bearbeiten]
Anerkennung im Umfeld der
Washington Capitals sowie in der
NHL erhielt Kölzig vor allem wegen seines sozialem Engagements. Auf Grund der
Autismuserkrankung seines Sohnes gründete er die
Carson Kolzig Foundation for Youth Autism und war neben seinem früheren Mannschaftskamerad und Freund
Byron Dafoe sowie dem ehemaligen NHL-Spieler
Scott Mellanby Mitbegründer von
Athletes Against Autism. Beide Einrichtungen setzen sich für die Erforschung des Autismus und die Behandlung autistischer Kinder ein.
In seiner Zeit in Washington unterstützte Kölzig zudem das örtliche Kinderkrankenhaus durch das in Zusammenarbeit mit dem DJ
Elliot Segal geschaffene
Ollie & Elliot’s Great Save Program, wodurch Golf- und Tennisturniere für Prominente ausgerichtet wurden, deren Einnahmen dem Kinderkrankenhaus zuflossen. Außerdem spendete Kölzig für jeden gehaltenen Schuss einen Dollar, 50 Dollar für jeden Sieg, 100 US-Dollar für jeden
Shutout und 25 US-Dollar für jeden Punkt, den die Washington Capitals erreichen. Der Teameigentümer der Capitals,
Ted Leonsis, verdoppelte den zusammengekommenen Betrag.